Der Zentralverein für das Wohl der Taubstummen in Berlin e.V. wurde am 06. Mai 1849 vom gehörlosen "Königlichen Geheimsekretär" Eduard Fürstenberg und den hörenden Gönnern (Geschäftsleuten, Beamten, Rechtsanwälten u.a.) gegründet und ist der zweiälteste Gehörlosen-Verein Deutschlands. Eduard Fürstenberg hat den Verein 37 Jahre geleitet und genoss auch das Vertrauen bei Kaiser Wilhelm I. gerade zu einer Zeit, wo in Deutschland für die Taubstummen in sozialer und wirtschaftlicher Hinsicht nicht viel getan wurde. Fürstenberg erkannte die Not und das Leid der Taubstummen. Man fand Freunde und Gönner, welche die finanzielle Grundlage bildeten. Diese Bemühungen hatten erst im Jahre 1909 Erfolg. Ein Altersheim konnte seiner Bestimmung übergeben werden. Es stand in Berlin - Hohenschönhausen und konnte bis zu 60 hilfsbedürftige Taubstumme aufnehmen und betreuen. Dieses Altersheim war nach dem 2. Weltkrieg eine halbe Ruine und wurde deshalb abgerissen. Erst im Jahre 1918 nahm der Zentralverein auch taubstumme Mitglieder auf. Im Jahre 1927 erwarb der Zentralverein noch ein Grundstück mit mehreren Wohneinheiten in der Marienburger Straße in Berlin Prenzlauer Berg und besitzt immer noch dieses Mehrfamilienhaus.

 

Im Jahre 1934 konnte ein 2.700 qm Wassergrundstück mit einem kleinen Haus erworben werden. Dieses Haus wurde von den Einnahmen aus den Liegenschaften der vorgenannten Häuser finanziert.

 

Nach Beendigung des 2. Weltkrieges im Jahr 1945 ruhte die Arbeit des Zentralvereins vorübergehend. Hier ergriff Frau Frieda Henschel, Tochter gehörloser Eltern die Initiative. Erst am 28. Juli 1950 ist der Zentralverein offiziell vom Oberbürgermeister Ernst Reuter wieder zugelassen worden und machte sich selbständig. Das alte baufällige Erholung- und Freizeitheim machte es unmöglich die eigentliche Betreuungsarbeit durchzuführen. Das Bezirksamt Reinickendorf kam zu der Erkenntnis, dass ein Neubau notwendig ist. Dabei unterstütze uns auch der Paritätische Wohlfahrtsverband. Eine weitere große Unterstützung für einen Neubau erhielten wir von der Deutschen Klassenlotterie. Seit 1975 Haben wir nun das neue Haus und es dient heute allen Gehörlosen und auch Hörenden zur Erholung und Freizeit. Nicht nur Berliner, sondern auch Gehörlose und Hörende aus ganz Deutschland und auch aus dem Ausland kommen gerne in diese Erholung- und Freizeitheim der Gehörlosen. 

 

Viele Jahre wurde das Heim von der "Gehörlosendolmetscherin", Frieda Henschel geleitet. Sie hat sich große Verdienste um die Gehörlosen gemacht. Sie war Dolmetscherin, Leiterin und Helferin in einer Person. Nach dem Ableben von Frau Henschel machte der Zentralverein leider einen wirtschaftlichen Niedergang durch, weil die darauffolgenden Leiter versagten. Das Erholungsheim stand am Rande des Ruins und dem Ausverkauf. Durch das Ergreifen besonnener Freunde und mit Unterstützung der "Gesellschaft zur Förderung der Gehörlosen" unter dem Vorsitzenden Herr Kiele sowie durch Norbert Enke und Theodor Kropf konnte es gerettet werden. Von August 1983 bis Mai 2003 leitete der Vorsitzende, Herr Norbert Enke das Heim. Es erlebte seitdem einen gesunden Aufwärtstrend und ist aus der Talsohle heraus, wie auch aus den "roten Zahlen". Nach und Nach konnten viele bauliche Verbesserungen am Heim und auf dem Grundstück mit finanziellen Mitteln durch Spenden, Mitgliedsbeiträge und Übernachtungseinnahmen durchgeführt werden. Viele Gehörlose leisteten tatkräftige Hilfe. Vom Paritätischen Wohlfahrtsverband wurde der Zentralverein für seine fürsorgliche Tätigkeit anerkannt und als Mitglied aufgenommen. Alle Vorstandsmitglieder, Mitarbeiter und Helfer üben ihre Tätigkeit ehrenamtlich aus und wir hoffen sehr, dass das Erholungs- und Freizeitheim der Gehörlosen weiterhin bestehen wird und allen Gehörlosen zugänglich bleibt.

 

Der jetzige Vorstand des Zentralvereins für das Wohl der Taubstummen in Berlin e.V. freut sich immer über ihren Besuch in unseren Erholungs- und Freizeitheim der Gehörlosen in Berlin - Heiligensee und über ihre Unterstützung.

 

Wir begrüßen es auch, wenn Sie sich noch gut an die Geschichte unseres Zentralverein für das Wohl der Taubstummen in Berlin erinnern und uns darüber berichten, damit wir unsere Historie um ihr Wissen erweitern können und dies auch gerne veröffentlichen.

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